Lebensbild
von
Risse, Johann, Gottlob
Geboren am 13. September 1755 in Obermuschitz; gestorben am 17. März 1822 in Riesa.
Er heiratete am 24. Oktober 1782 in der Kirche zu Seußlitz die Anna Christina SORGIN aus Döschitz.
Beide hatten ingesamt 13 Kinder, 12 Söhne und 1 Tochter. Nur 7 Söhne und die Tochter blieben am Leben.
Lebenslauf des Johann Gottlob RISSE
(Auszüge aus der Leichenpredigt zu seiner Ehefrau, geschrieben am 28.10.1837 ; Die Schreibweise wurde den heutigen Regeln angepasst)
Seine Verehelichung erfolgte im Jahre 1782 , wo er am 24 . Oktober in der Kirche zu Seußlitz öffentlich mit Anna Christina SORGIN, ehel. 2 te Tochter des Martin Sorge, Halbhüfner in Döschütz, und der Anna Christina Moritzin zum Ehestande eingesegnet wurde. Mit dieser seiner Gattin führte er eine zufriedene und glückliche Ehe, welche noch von dem Herrn mit 13 Kindern, als 12 Söhnen u. 1 Tochter gesegnet wurde, wovon aber 7 Söhne u. die Tochter wieder mit Tode abgegangen sind. Sämtliche Kinder folgten nach der Zeit der Geburt also auf einander:
Das 6. Kind war: Karl Gottlob geboren 1790 , den 11 Mai, nachmittags um 6 Uhr . Dieser war früherhin Gutsbesitzer u. Schankwirt in Spansberg; gegenwärtig aber ist er Nahrungsbesitzer in Sömnitz bei Mügeln u. seit 1812 , den 19 ten April mit Johanne Sophie Schumannin , Christian Schumanns, vormaliger Gutsbesitzers und nachherigen Auszüglers zu Spansberg, ehel. 5 te Tochter verheiratet, mit welcher er 9 Kinder gezeuget hat, wovon aber nur noch 3 Söhne u. 3 Töchter am Leben sind.
Als Notandum findet sich im Kirchenbuch 1801 ff. auch folgende Nachricht.
Am 27. September 1813, abends zwischen 7 und 8 Uhr geriet bei der damaligen Retiquede der französischen Armee durch Unvorsichtigjkeit gedachter Truppen durch ein dem Gehöfte zu nahe angelegtes Lagerfeuer, Johann Gottlob Rissens, Bauer in Obermuschitz, Scheune in Brand und wurde binnen 1 Stunde das gesamte Dorf in die Aasche gelegt, sodaß weiter nichts als das Züchnerische Gut, das Gutshaus und das auf dem Berge gelegene (Beugmanische?) Gehöfte stehen blieb. In eben dieser ängstlichen Unglücksnacht wurde auch das Lotherdtische Haus bei Wölkisch, auf Naudorfer Flur, von den französischen Truppen in Brand gesteckt.
Den 3. August 1814 um Mitternacht wurde Johann Gottlob Rissens, Bauer in Obermuschitz, nach der Einäscherung des Dorfes am 27. September vorigen Jahres neuerbauten Scheune, an welcher noch gearbeitet wurde, warscheinlich durch die Fahrlässigkeit deren darin schlafenden Arbeiter zusammt dem einstweilen leicht überbauten Stallgebäude, worauf einen bisher zum Aufenthalt errichtet gewesenen Schauer gänzlich wieder in die Asche gelegt, jedoch ward durch Gottes Schutz das neue Wohngebäude erhalten und auch eines Nachbar's Gehöfte verschont.