Wir
das
sind Helga und Siegfried mit Benjamin
und Verena.
Als
im Jahr 1980 unser Sohn Benjamin geboren wurde, begann
ich mich mit der Geschichte der Scabell`s zu befassen. Nach und nach
erzählte meine Schwiegermutter immer mal wieder aus dem Leben Ihres
Mannes Rico Scabell. Das war so interessant dass ich nicht mehr aufhören
konnte nachzufragen.
Die
Scabell`s waren Hugenotten, die im 17. Jh.
mit der Pfälzer Kolonie von Mannheim nach Magdeburg gewandert
sind. Die Mitglieder der Familie waren allesamt Calvinisten
und somit sehr strenggläubig.
Unser
Urgroßvater Wilhelm Scabell (*1837) praktizierte
als Arzt in Magdeburg. Sein Sohn Robert Scabell
(*1870) studierte ebenfalls Medizin. Er verliebte sich aber
unglücklicherweise in eine von der Familie nicht akzeptierten Frau.
Robert entschloss sich sein Studium nicht weiterzuführen, da ihm
die finanzielle Unterstützung des Vaters entzogen wurde. Er machte
seinen Abschluss als Apotheker und wanderte
ca.1895 nach Brasilien aus. Im Jahr 1905 verstarb Robert
in Brasilien und hinterließ eine Witwe mit 4
Kindern.
Diese
Kinder kamen nach kurzer Zeit in ein Waisenhaus, da die Mutter nicht
für den Unterhalt sorgen konnte. Der Deutsche Botschafter in Brasilien
wandte sich daraufhin an den Großvater der Kinder und bat um Hilfe.
Dr. Wilhelm Scabell holte dann nach und nach seine Enkelkinder
wieder nach Deutschland zurück. Die Kinder wurden getrennt
voneinander bei Onkel und Tanten untergebracht. Die Mutter musste
in Brasilien zurückbleiben.
Walter
Scabell (* 1902), eines der Kinder, ging 1924 kurz nach seiner
heimlichen Heirat gemeinsam mit seiner Frau zurück nach
Brasilien. Dort fand er auch seine Mutter wieder.
Im
Jahr 1948 fuhr Henrique Scabell (* 1904), ein weiteres
Kind, ebenfalls nach Brasilien um dort bei seinem Bruder
zu arbeiten und seine Familie in Deutschland zu unterstützen. Er
hatte vor, seine Frau und die Kinder nachzuholen. Aus diesem Vorhaben
wurde aber nichts und er kam 1952 wieder nach Deutschland zurück.
Warum er wieder zurückkam konnte ich bisher nicht in Erfahrung
bringen, da er 1973 verstorben ist.
Diese
traurige Lebensgeschichte von 4 Kindern die den Vater verloren, von
ihrer Mutter getrennt wurden, um dann bei für sie, völlig
fremden Menschen, in einem fremden Land aufwachsen mussten ließ
mich nicht mehr los.
Ich
setzte nun alle zur Verfügung stehenden Mittel in Bewegung um die
noch lebenden Scabell`s in Brasilien zu finden. Bis zum Jahr 2000 erreichte
ich nichts. Erst durch die modernen Medien (Computer - Internetsuchmaschinen,
Chatten) gelang es mir die Enkeltochter Patricia von Walter
Scabell ausfindig zu machen. Über diese Enkelin bekamen
wir Kontakt zu Ihrer Tante Margot. Damit schloss sich
der Kreis.
Auf
beiden Seiten war die Freude riesig und wir haben 2001 eine
Familienzusammenführung nach 50 Jahren in Rio de Janeiro
gestartet Der Kontakt ist bis heute nicht mehr abgerissen und wir hoffen,
dass es auch so bleiben wird.
Um
nun die Welt für unsere Familie kleiner werden zu lassen
habe ich diese Internetpräsenz erstellt und wünsche
mir einen regen Austausch innerhalb der Familie und aller Interessierten.

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