Stand: 22.06.2006

© 2006
Helga Scabell
Bremen


Wir

das sind Helga und Siegfried mit Benjamin und Verena.

Als im Jahr 1980 unser Sohn Benjamin geboren wurde, begann ich mich mit der Geschichte der Scabell`s zu befassen. Nach und nach erzählte meine Schwiegermutter immer mal wieder aus dem Leben Ihres Mannes Rico Scabell. Das war so interessant dass ich nicht mehr aufhören konnte nachzufragen.

Die Scabell`s waren Hugenotten, die im 17. Jh. mit der Pfälzer Kolonie von Mannheim nach Magdeburg gewandert sind. Die Mitglieder der Familie waren allesamt Calvinisten und somit sehr strenggläubig.

Unser Urgroßvater Wilhelm Scabell (*1837) praktizierte als Arzt in Magdeburg. Sein Sohn Robert Scabell (*1870) studierte ebenfalls Medizin. Er verliebte sich aber unglücklicherweise in eine von der Familie nicht akzeptierten Frau. Robert entschloss sich sein Studium nicht weiterzuführen, da ihm die finanzielle Unterstützung des Vaters entzogen wurde. Er machte seinen Abschluss als Apotheker und wanderte ca.1895 nach Brasilien aus. Im Jahr 1905 verstarb Robert in Brasilien und hinterließ eine Witwe mit 4 Kindern.

Diese Kinder kamen nach kurzer Zeit in ein Waisenhaus, da die Mutter nicht für den Unterhalt sorgen konnte. Der Deutsche Botschafter in Brasilien wandte sich daraufhin an den Großvater der Kinder und bat um Hilfe. Dr. Wilhelm Scabell holte dann nach und nach seine Enkelkinder wieder nach Deutschland zurück. Die Kinder wurden getrennt voneinander bei Onkel und Tanten untergebracht. Die Mutter musste in Brasilien zurückbleiben.

Walter Scabell (* 1902), eines der Kinder, ging 1924 kurz nach seiner heimlichen Heirat gemeinsam mit seiner Frau zurück nach Brasilien. Dort fand er auch seine Mutter wieder.

Im Jahr 1948 fuhr Henrique Scabell (* 1904), ein weiteres Kind, ebenfalls nach Brasilien um dort bei seinem Bruder zu arbeiten und seine Familie in Deutschland zu unterstützen. Er hatte vor, seine Frau und die Kinder nachzuholen. Aus diesem Vorhaben wurde aber nichts und er kam 1952 wieder nach Deutschland zurück. Warum er wieder zurückkam konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen, da er 1973 verstorben ist.

Diese traurige Lebensgeschichte von 4 Kindern die den Vater verloren, von ihrer Mutter getrennt wurden, um dann bei für sie, völlig fremden Menschen, in einem fremden Land aufwachsen mussten ließ mich nicht mehr los.

Ich setzte nun alle zur Verfügung stehenden Mittel in Bewegung um die noch lebenden Scabell`s in Brasilien zu finden. Bis zum Jahr 2000 erreichte ich nichts. Erst durch die modernen Medien (Computer - Internetsuchmaschinen, Chatten) gelang es mir die Enkeltochter Patricia von Walter Scabell ausfindig zu machen. Über diese Enkelin bekamen wir Kontakt zu Ihrer Tante Margot. Damit schloss sich der Kreis.

Auf beiden Seiten war die Freude riesig und wir haben 2001 eine Familienzusammenführung nach 50 Jahren in Rio de Janeiro gestartet Der Kontakt ist bis heute nicht mehr abgerissen und wir hoffen, dass es auch so bleiben wird.

Um nun die Welt für unsere Familie kleiner werden zu lassen habe ich diese Internetpräsenz erstellt und wünsche mir einen regen Austausch innerhalb der Familie und aller Interessierten.