Der Begriff Bessarabien leitet sich vom moldauischen Fürstengeschlecht Bassarab ab, das dort im 13./14.Jahrhundert herrschte, und hat nichts mit "Arabien" zu tun. Der Name Bessarabien erschien erstmals als selbstständige Gebietsbezeichnung in russisch-türkischen Friedensverträgen des ausgehenden 18. Jh. Die Benennung ging von Russland nach der militärischen Eroberung 1812 aus. Das sollte die Abtrennung von der Moldau rechtfertigen und suggerieren, dass es schon immer ein historisches bessarabisches Land gegeben hatte.
 
Das älteste Volk auf bessarabischem Gebiet waren die Skythen im 6. Jh. v. Chr. Noch in vorchristlicher Zeit gründeten auch Griechen und Phönizier Kolonien an der Schwarzmeerküste. Ab dem 1. Jh. v. Chr. war Bessarabien Teil des Reiches Dazien. Im 1. Jh. eroberte das Römische Reich Teile des Landes und sicherte es mit dem Trajanwall. In der Völkerwanderungszeit zwischen dem 3. und 11. Jh. war Bessarabien Durchzugsgebiet von Wandervölkern, darunter Goten, Hunnen, Awaren, Madjaren. Im 13. Jh. liessen sich Tartaren der Goldenen Horde am nördlichen Schwarzmehr nieder. Im Einflussbereich des Osmanischen Reiches war Bessarabien größtenteils zwischen dem 14. und 18. Jh.

Im Mittelalter waren verschiedene moldauische Fürsten, darunter Negru Vodä Bassarab und Ladislas Bassarab, recht einflussreich und beherrschten im 13. und 14. Jh. - rund 150 Jahre lang - das Gebiet. Sie pflegten Kontakt mit der Kiewer Rus, mit Ungarn und mit Polen.

 
Dem serbischen Aufstand gegen die osmanischen Okkupanten kommt Russland zur Hilfe, es besetzt Bessarabien, Moldau und die Wallachei . Am 28. Mai 1812 muss Russland den Frieden von Bukarest schließen, um sich auf den zu erwartenden Angriff Napoleons zu konzentrieren.

Russland bekommt Bessarabien zugesprochen, der Pruth wird die neue Grenze zwischen den beiden Reichen.

In dem ostmoldauischen Gebiet errichtete man das Gouvernement Bessarabien. Haupstadt wurde das mittelbessarabische Kischinew.
Bessarabien im 19.Jh.
 
Da nach dem Abzug von nomadisierenden Tartarenstämmen das Land weitgehend unbebaut und menschenleer war, warb Russland gezielt im Ausland Kolonisten an.

Die russische Krone versprach ihnen u.a. folgende Privilegien:
-Landschenkung
-Zinsloser Kredit
-Steuerfreiheit auf 10 Jahre
-Selbstverwaltung
-Religionsfreiheit
-Befreiung vom Militärdienst

Ab 1814 wanderten insgesamt etwa 9.000 deutsche Auswanderer aus Würtemberg und dem damals preußischen Teil von Polen ein. Die Siedler errichteten Dörfer in dem baumfreien Steppengebiet mit fruchtbarem Schwarzerdeboden. 24 deutsche (Mutter-)Kolonien entstanden hauptsächlich im südlichen Landesteil, dem Budschak.

Bessarabien war das kleinste Gouvernement des Zarenreiches.
Alexander I.
 
Die Unruhen in Russland, im Zuge des Machtwechsels nehmen zu, und Zar Nikolaus II. wird gestürzt.

Das bietet den okupierten Völkern eine neue Chance für die Selbstständikeit. Auch in der Ukraine, in Moldawien, in Bessarabien finden solche Bestrebungen statt.

Bessarabien, daß sich eigentlich immer rumänischer als russischer fühlte, schließt sich dem Königreich Rumänien an, in der Hoffnung, dort besser aufgehoben zu sein.

Für die vielen Deutschen sollte sich diese Entscheidung jedoch nicht als günstig erweisen. Die Selbstverwaltung war ohnehin schon eingeschränkt, die deutschen Schulen wurden schon früher geschlossen, aber es gab noch Deutschunterricht. Nun wird deutsch zunächst als Sprache verboten, was sich nicht halten lässt.

Es finden Enteignungen statt. Die großen Grundbesitzer, zu denen auch die Kirche gehört, werden teilenteignet. Diese Flächen werden den Bauern zur Verfügung gestellt, die im 1. Weltkrieg gekämpft haben. Neue Siedlungen entstehen.
 
Dieser Begriff bezeichnet den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der am 23. August 1939 in Moskau von dem deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop und dem sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow unterzeichnet wurde. Er sah neben den Nichtangriffsklauseln auch die gegenseitige Neutralität im Kriegsfalle der anderen Partei vor.

In einem gemeinsamen Zusatzprotokoll legten die Länder die Aufteilung Ost- und Süd-Europas fest, sofern es zu einer "territorialen Umgestaltung" kommen sollte. Polen sollte dabei längs der Flüsse Narew, Weichsel und San geteilt werden, die Deutschen bekundeten kein Interesse an Bessarabien. Die baltischen Staaten - mit Ausnahme Litauens - sowie Finnland sollten in den sowjetischen Interessenbereich übergehen. In diesem Zusatzprotokoll wurde außerdem festgemacht, dass Bevölkerungstransfers stattfinden sollten.

Das Resultat des Paktes war, dass nach der Eroberung Polens (etwa 4 Wochen nach dem Angriff Anfang September) die Deutschen und die Sowjets ihre Grenzen ca. 300 km verschieben konnten. Allerdings war die deutsch-sowjetische Teilungslinie durch eine weitere Vereinbarung vom 28.09.1939 dahin abgeändert worden, dass nunmehr auch Litauen in den sowjetischen Interessenbereich fallen sollte, während dafür die Grenze zu Polen zu Gunsten von Deutschland von der Weichsel nach Osten an den Bug verschoben wurde.

Als weitere Folge des Paktes stellte die Sowjetunion 1940 an Rumänien ein Ultimatum, infolge dessen sie Bessarabien und den Nordteil der Bukowina annektierte. Auch die Baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wurden 1940 besetzt und der Sowjetunion einverleibt.

Am 22.06.1941 brach Hitler den Pakt mit dem Angriff auf die Sowjetunion.
Molotow unterzeichnet den Pakt, rechts hinter ihm Stalin
Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag mit geheimen Zusatzprotokoll im Wortlaut
 
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Siehe auch:

Wikipedia

Hannowka

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