Hier soll der geschichliche Zusammenhang der beiden Stamm-Linien Schelski und Dressler dargestellt werden.
Einen tieferen Einblick in die jeweilige Situation findet ihr unter den Links.
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  • 1775 - Martin Dressler wird in der Kurpfalz geboren
  • 1803 - Die Ansiedlung in Preussen
  • 1814 - Der Ruf des Zaren Alexander I.
  • 1920 - Anschluss Bessarabiens an Rumänien
  • 1940 - "Heim ins Reich" - Der Hitler-Stalin-Pakt
  • 1941 - Neuanfang im Warthegau
  • 1945 - Flucht nach Westen
  • Nach dem 2. Weltkrieg
  • Heute
 
Martin Dressler wird in der Kurpfalz geboren. Die Deutsch-Französischen Kriege mergeln das Land aus. Außerdem sind durch die Erbfolge-Regelungen die Höfe so zersiedelt, dass die Bauern Mühe haben, von diesen kleinen Höfen ihre Familien zu ernähren.

 
Martin Dressler war inzwischen 28 und verheiratet mit einer Katharina ...

Durch die ständigen Durchmärsche der Soldaten war die Lage noch schwieriger geworden. Da kam der Bevollmächigte des preussischen Königs gerade recht. Er versprach zahlreiche Privilegien für die Bauern wenn sie in sich in Neuostpreussen ansiedeln.

So machten sich Martin und Katharina Dressler 1803 auf den Weg nach Preussen, ausgestattet mit Reisegeld vom preussischen König wähnte man sich in einer frohen Zukunft. Fern der angestammten Heimat, aber doch auskömmlich für die junge Familie auf dem Land, das nun nach der 3. Polnischen Teilung zu Preussen gehörte.
 
Aus Neuostpreussen war inzwischen ein Teil vom Herzogtum Warschau hervorgegangen, daß wieder polnisch war, jedoch von Napoleon bestimmt war.

Martins Familie war enttäuscht. Zum einen waren die Privilegien von Preussen schon nicht eingehalten worden und nun war man unter einer andere Regierung geraten.

Wieder war da ein Land, das versprach, bei deren Kolonisierung großzügig zu sein.

Russlands Zar Nikolaus I. rief deutsche Siedler in das, 1812 von ihnen besetzte Gebiet, zwischen Dnjestr und Pruth - rief sie nach Bessarabien.

Die Ankunft in Krasna war ernüchternd, es war reine Steppe und den ersten Winter 1814/15 barg sie die dunkle schwarze Erde in Höhlen, die sie sich geschaufelt hatten. Waren sie wieder betrogen worden? Von der Siedlungskommission gab es keine Spur mehr.

Aber schließlich nach und nach wurden Häuser gebaut und Martin wird am 11. Juni 1816 ein Sohn mit dem Namen Karl geboren. Ein gutes Zeichen für die Zukunft.

Krasna wächst, Karl heiratet 1833 Marianna Arnold. Sie bekommen vier Kinder, eines davon, Michael, wird im September 1839 geboren.

Die Linie setzt sich am 13. Januar 1878 fort. Eleonore Kopp, zweite Frau Michaels, gebiert Romanus Dressler.
 
Romanus Dressler(1878-1924) &
Eva Maria geb. Müller (1878-1943)

Viele Jahre hat Krasna in Ruhe gelebt und die Bevölkerung ist gewachsen. Auch Dresslers haben Zuwachs bekommen.

Der Urenkel von Martin, Romanus, bekommt am 19.02.1914 von Maria-Eva einen Sohn geschenkt. Der erste Sohn, nach zwei Töchtern.

Doch die Zeiten bleiben nicht so friedlich, durch den Sturz Nikolaus II. im Jahr 1917 und den anschließenden Revolutionswirren, schließt sich Bessarabien 1920 an das Königreich Rumänien an.

Das hat einige Folgen für die deutschen Siedler, Amtssprache wird Rumänisch, was Dresslers nicht gelernt haben. In der Schule darf man sich zeitweise nur rumänisch unterhalten, was dazu führt, daß die deutschen Kinder keine Unterhaltung mehr führen.

Es finden auch Land-Enteignungen statt. In der Nähe von Krasna zum Beispiel wird das ca. 1.000 ha Große Gut von Familie Golo-Hoffmann, ein Günstling des Zarenhofs, bis auf ca. 50-100 ha enteignet. Diese Flächen werden an die Bauern weitergegeben um der Zersiedlung der bestehenden Höfe entgegenzuwirken. Aus einem Teil dieses Landes sollte Neu-Krasna entstehen, dies wird allerdings durch den Bürgermeister und den Pfarrer von Krasna verhindert. "Es ist gestohlenes Land.", denn diese Enteignungen betraf auch Kirchenland, und damit wollten die gläubigen Krasnaer nichts zu tun haben.

 
Doppelhochzeit am 22.11.1937 in Krasna (v.l.n.r.):
Alois Dressler
*19.02.1914 Krasna
+18.09.1957 Alt-Sammit

Marianna Dressler geb. Hermann
*02.06.1914 Krasna
+11.08.1966 Alt-Sammit

Josef Plotzki
*02.01.1914 Krasna
+05.06.1944 Stinca bei Jassy

Dorothea Plotzki geb. Hermann
*12.11.1919 Krasna

Die Jahre vergehen und aus Alois ist ein junger Mann geworden, der im November 1937 Marianna Hermann heiratet.

Das junge Paar richtet sich ein im Hof von Vater Romanus, der schon 1924 verstorben war. Wilhelm erblickt im September ´38 das Licht der Welt. Doch sollte das Glück ihnen nicht treu bleiben.

Auf Grund des Hitler-Stalin-Paktes mussten auch die Bewohner Krasnas im Herbst 1940 verlassen. Ab August begannen die Vorbereitungen durch die Umsiedlungskommission.

Marianna muss sich hochschwanger, ohne Alois, auf den Weg machen. Nach einem langen und harten Weg mit dem Pferdewagen nach Reni (ein Donauhafen) besteigt sie mit Wilhelm ein Schiff und fährt mit den vielen anderen Krasnaern bis Semlin (kurz hinter Belgrad). Dort kommt Sie nieder. Sie ist mit Wilhelm ins Krankenhaus gebracht worden und entbindet Katharina. Diese Geburt war wie ein Licht in diesen dunklen Zeiten, die sich dadurch noch verdüsterten, dass Wilhelm während des Aufenthalts im Krankenhaus verstarb. Woran ist nicht bekannt. So waren halt die Zeiten, hört man heute. Dunkle Zeiten halt.

Vom Lager in Semlin gehen täglich Züge ins "Reich". Mariannas Verwandte und Nachbarn sind schon auf dem Weg nach Pirna. Sie wird kurze Zeit später nachreisen.

 

Marianna macht sich auf den Weg mit Katharina. Eine lange Zugfahrt steht ihnen bevor. In Wien muss Marianna nochmals umsteigen. Mit dem Strom von Heimkehrern gelangt sie zu den anderen nach Pirna bei Dresden.

Im Einsiedlungslager treffen wieder alle aufeinander. Marianna freut sich ihre Schwester Dorothea, die ebenfalls schwanger war und die kleine Bertha mit sich hatte, wieder zu sehen.

Hier wurden sämtliche Familiendaten aufgenommen, um die Deutschstämmigkeit nachzuweisen, so dass der Einbürgerung nichts mehr im Wege stand.

Das Warten im Haus Sonnenstein zog sich über Monate hin. In dieser schweren Zeit, verlor Mariannas Schwester, Dorothea, die kleine Berta.

1942 endlich werden sie im Waldeshausen angesiedelt. Dort wird auch Willi im April geboren. Alois und Marianna bemühen sich, sich einzurichten. Immer wieder müssen sie sich auf neue Gegebenheiten einstellen. Im Juli ´43 stirbt Eva Maria Dressler oder wie die Krasnaer sie nennen „Marievees", die Mutter von Alois.

Es ist immer noch Krieg und die Männer sind nicht daheim. Der Bruder von Alois, Wilhelm, fällt schon im Dezember ´40 in Schlesien.

Der Krieg kommt näher....

 
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