Kurpfalz ist die historische Bezeichnung für das früher von den Pfalzgrafen bei Rhein beherrschte Territorium.

Dass die Bezeichnung heute - vor allem in der Region selbst - gebräuchlich ist, hängt vor allem damit zusammen, dass das Kerngebiet der historischen Kurpfalz auf beiden Seiten des Rheins lag und dass die heute im wesentlichen am Rhein verlaufende Landesgrenze zwischen Baden-Würtemberg und Rheinland-Pfalz von vielen Menschen als "künstlich" empfunden wird.
 
1156 schenkte Kaiser Friedrich Barbarossa seinem Halbruder Konrad von Staufen die Pfalzgrafschaft bei Rhein als erhebliches Lehen. Das Wappen der Staufen - der aufrecht stehende goldene Löwe auf dem schwarzen Grund - ist von da an das Wappen der Pfalzgrafschaft bei Rhein, welches sich bis heute noch in den Landeswappen aller süddeutschen Bundesländer wiederfindet.

Als Konrad verstarb erbte sein Schwiegersohn Heinrich von Braunschweig aus dem Haus der Welfen die Pfalzgrafschaft.

Heinrich II. verstarb ohne Erben. Das Lehen wurde von König Friedrich II. an Ludwig von Wittelsbach vergeben.

1356 erhielt die Pfalz die Kurwürde (Kurfürsten von der Pfalz) und verlor sie 1623 wieder.

1649 wurde eine achte Kur an die Pfalz vergeben. Die bayrische Kur erlosch 1777 nach dem Aussterben der Münchner Wittelsbacher, der pfälzische Erbe Karl Theodor führte den Titel "Kurfürst von Pfalz-Bayern". Die pfälzische Kur erlosch mit der Aufhebung durch den Reichsdeputationsausschuss.
 

Kurfürst von der Pfalz 1743-1777 und 1777-1799 von Bayern

Seine Eltern waren Pfalzgraf Johann Christian von Sulzbach und Maria Anna Henriette de la Tour d'Auvergne. Duch den frühen Tod seines Onkel und seines Vaters wurde Karl Theodor von seinen Vorgänger Karl Phillip III. bereits im Alter von 10 Jahren von Jesuiten zum Kurfürsten erzogen.

Er vollzog im Geister der Aufklärung zahlreichen Reformen und bestätigte sich als Mäzen. 1742 heiratet er seine Cousine Elisabeth Auguste, älteste Enkelin des Kurfürsten Karl Phillip von der Pfalz. 1763 gründete er die Mannheimer Akademie der Wissenschaften und in Düsseldorf das Collegium Anatomico Chirurgicum. Unter seiner Regierung konnte sich Mannheim, Sitz der Kurpfalz, zu einem kulturellen Zentrum mit europäischer Bedeutung entwickeln. Es zog zahlreiche Künstler, Dichter und Philosophen an. So konnte er Einfluss auf die politische und kulturgeschichtliche Entwicklung im damaligen Deutschland nehmen.

Als 1777 Kurfürst Max III. Joseph von Bayern verstarb, trat Karl Theodor seine Nachfolge an und verlegte er seine Residenz von Mannheim nach München. Auf seine Initiative hin enstand in München unter anderem der Englische Garten. An seinem Namen erinnert heut noch die Gemeinde Karlsfeld sowie der offizielle Name des Stachus; Karlsplatz, ein Name, der jedoch von den Münchnern traditionelle kaum benutzt wird. Karl Theodor ist nichtsdestotrotz Ehrenbürger der Stadt München.


Karl IV. Philip Theodor
*11.12.1724 in Büssel
+16.02 1799 auf Schloss Nymphenburg bei München